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Verzinkerei in Delbrück seit 1910

Delbrück – seit mehreren 100 Jahren Titularstadt im Bereich des Paderborner Landes, einige Kilometer von den Quellgebieten der Ems und Lippe entfernt, liegt unmittelbar an der von Napoleon erbauten Heerstraße Münster  -  Kassel.

Es war ein urwüchsiger, in seinem Glauben tief verbundener, echt westfälischer
Menschenschlag, der hier lebte. Man arbeitete nach den überlieferten Gepflogenheiten seiner Vorfahren entweder auf eigener Scholle, in der Landwirtschaft, als selbstständige Kaufleute, in gewerbetreibenden kleineren Handwerksbetrieben und zu einem großen Teil in den Sommermonaten als Ziegler entweder im Rheinland oder im Ruhrgebiet, wo bereits eine aufwärts strebende industrielle Entwicklung kurz nach der Jahrhundertwende zu verzeichnen war.

Mit der weiteren Zunahme der Bevölkerung  -  Familien mit zehn Kindern und mehr waren seinerzeit keine Seltenheit  -  stieg auch die Sorge der heranwachsenden Generation um das tägliche Dasein mangels ausreichender Beschäftigungsmöglichkeiten in der Heimat.

Anton Lewerken, selbst davon betroffen, erlernte nach seiner Schulzeit in Paderborn das Zinngießer-, Klempner- und Kupferschmiedehandwerk und brachte auch seine übrigen Jugendjahre zur weiteren Ausbildung in der Fremde zu. In den Jahren um 1880 kehrte er nach Delbrück zurück, und errichtete in seinem Beruf eine selbständige Zinngießerei, Klempnerei und Kupferschmiede, der ein späteres Ladengeschäft angeschlossen wurde.

Der damals noch neue Geschäftszweig der Fertigung von verzinkten Haus- und Wirtschaftsgeräten gab den Anstoss, einem Teil seiner Delbrücker Mitbürger eine bessere örtliche Existenz- und Verdienstmöglichkeit zu schaffen. Aus diesem Grunde gingen auch seine heranwachsenden Söhne in die Welt, um sich die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen für das Gelingen des vom Vater geplanten Vorhabens nutzbar zu machen.

Im Herbst 1910 errichtete Anton Lewerken in Delbrück in der Nähe des Bahnhofs den ersten maschinell eingerichteten Fabrikbetrieb für die vollständige Fertigung von verzinkten Geräten. Durch unermüdlichen Fleiß, unterstützt von seinen Söhnen und einer Anzahl Mitarbeiter, konnten in kurzer Zeit alle Schwierigkeiten überwunden und bereits eine Tagesproduktion von 2000 Stück verzinkter Blechwaren erreicht werden.

Schon nach wenigen Jahren wurde der erzielte Aufbauerfolg durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges getrübt. Seine Söhne und der größte Teil der Belegschaft zogen in den ersten Mobilmachungstagen ins Feld. Mit einigen wenigen älteren Gefolgschaftsmitgliedern und jungen Anlernlingen, konnte der Betrieb notdürftig aufrecht erhalten werden.

1917 kam es dann zum vollständigen Stillstand des Werkes, da keinerlei Kriegsmaterialien gefertigt wurden und für das reguläre Sortiment keine ausreichenden Rohstoffe zur Verfügung standen.

Kaum hatten sich die Wogen des ersten Weltkrieges geglättet, so ging man mit Eifer daran, den zwangsläufig ins Hintertreffen geratenen, eben erst aufgeblühten Betrieb wieder in Fluß zu bringen. – Viele der ehemaligen Mitarbeiter sind nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt.

1920 übergab der Gründer Anton Lewerken seinem ältesten Sohn Johannes das Werk. Jedoch konnte der Vater nur noch ein Jahr bei allen Schwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen, da er bereits 1921 verstarb.

Johannes Lewerken wurde es wirklich nicht leicht gemacht, die Probleme und Krisen der Inflationszeit zu überwinden, galt es doch schließlich, das angetretene Erbe des Vaters nicht nur zu erhalten, sondern den geglückten Start zum Ziele zu führen.

Mit unermüdlicher Schaffenskraft, unterstützt von reichhaltigen praktischen Erfahrungen und einem sehr bescheidenen persönlichen Lebenswandel, verkörperte er die willensstarke Natur des Mannes, mit dem die eigentliche Entwicklungsepoche des Werkes begann und die Grundlage für ein erfolgreiches Vorwärtskommen bis zum gegenwärtigen Stand des Unternehmens bildete.

Die rasche Aufwärtsentwicklung erforderte schon bald eine erweiterte Betriebsausstattung durch Anschaffung neuer moderner Maschinen und Werkzeuge. Bald reichte auch die Größe der Betriebsfläche nicht mehr aus. Angrenzende Ländereien mußten erworben und das Werk vergrößert werden. Die Produktion stieg um ein Vielfaches. Johannes Lewerken aber blieb, was er war   – klardenkend, solide und strebsam. Mit seinem Betrieb und seinen langjährigen
Mitarbeitern fühlte er sich so verwachsen, als wären sie alle gemeinsam eine einzige große Familie.

Durch die Betriebsvergrößerung bot sich die Möglichkeit, neben dem verzinkten Geschirr einen verhältnismäßig wesensfremden Produktionszweig ins Leben zu rufen. Mit neuartigen Konstruktionsmerkmalen wurden Beton-Kesselöfen hergestellt, die sich wegen ihrer Besonderheiten in immer stärkerem Maße den gebührenden Platz bei den Abnehmern erobert haben.

Der zweite Weltkrieg brachte zwangsläufig Produktionsschwierigkeiten mit sich, die bei allen ähnlich gelagerten Betrieben auftraten, die nicht mit der Rüstungsproduktion beschäftigt waren.

Um für die Nachfolge-Generation einen klaren, unmißverständlichen Weg zur Fortführung seines Lebenswerkes zu bahnen, trennte sich Johannes Lewerken im Jahre 1952 in Güte von einem langjährigen Teilhaber.

Als ausgesprochene Familiengesellschaft, mit den Teilhabern seiner Ehefrau und seinem jüngsten Sohn Anton als tätiger Gesellschafter begann nochmals unter der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft ein neuer Zeitabschnitt. Mit Umsichtigkeit und Überlegung ging man ans Werk und schaute zuversichtlich in die Zukunft.

Wieder gab es Betriebsumstellungen, Erweiterungen und vor allem ein planmäßiges Rationalisieren der gesamten Fertigungsmethoden. Trotz der Entwicklung auf dem Kunststoffsektor und auf dem Gebiet neuzeitlicher Waschgeräte konnten der Umfang des Betriebes und die Produktion unserer ALED – Erzeugnisse bis zum Jubiläumsjahr 1960 gegenüber 1953 mehr als verdoppelt werden.

Das hochbetagte Alter des Seniorchefs Johannes Lewerken veranlasste ihn, am
1. Januar 1960 den Betrieb auf seinen Sohn Anton Lewerken zu übertragen.
Nach seinem Studium erwarb sich Anton Lewerken die erforderlichen technischen
und kaufmännischen Eigenschaften außerhalb des Hauses und hat – unterstützt von dem reichhaltigen Wissen des Vaters – in 8-jähriger praktischer Erfahrung im elterlichen Betrieb maßgeblichen Anteil an der raschen Vorwärtsentwicklung.

Anton Lewerken übergab im Jahre 2001 die Geschäftsleitung der Firma ALED
an seinen Sohn Alf Lewerken.

Anton Lewerken verstarb am 31. März 2006 im Alter von 74 Jahren.

Bis heute steht die Firma ALED für Wachstum, moderne Produktion und erstklassige Qualität auf dem Sektor der Feuerverzinkung und der Produktion von hochwertigen Kunststofffenstern, Stahlkellerfenstern und Gitterrosten.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die erzielten Erfolge nicht zuletzt auch allen
unsren Mitarbeitern und Geschäftsfreunden unseres Hauses zu verdanken sind, die uns in schlechten sowie in guten Zeiten treu zur Seite gestanden und uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Hiermit verbindet sich gleichzeitig der Wunsch, dass das bisher erwiesene Vertrauen auch in Zukunft die sichere Grundlage für eine weitere angenehme Zusammenarbeit sein möge.

ALED Metallwarenfabrik – mehr als 100 Jahre Erfahrung in Verzinkungen